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Preis für Recht und Gesellschaft 2017 geht an Dan Wielsch

Die Vereinigung für Recht und Gesellschaft e.V. vergibt im Zusammenwirken mit der Christa-Hoffmann-Riem-Stiftung seit 1998 den „Preis für Recht und Gesellschaft“, mit welchem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die sich durch Ihr Werk um die Forschung an den interdisziplinären Grenzbereichen des Rechts besonders verdient gemacht haben. Der Preis würdigt die Einbindung interdisziplinärer Forschung, insbesondere Grundlagenforschung, in die Rechtswissenschaften, was etwa durch einen gelungenen Brückenschlag zur Rechtsdogmatik oder zu den Methoden der Rechtsanwendung oder durch konkrete rechtspolitische Vorschläge für rechtliche Instrumente, Verfahren, etc. zum Ausdruck kommen kann.

Aufgrund der diesjährigen Ausschreibung des Preises hat die aus Vertretern der Vereinigung und der Stiftung zusammengesetzte Auswahlkommission Herrn Professor Dr. Dan Wielsch, LL.M. (Berkeley) von der Universität zu Köln einstimmig zum Preisträger bestimmt. Wielsch hat neben dem Studium der Rechtswissenschaft auch Philosophie studiert und die Integration von sozialtheoretischen und rechtsdogmatischen Analysen in seinem wissenschaftlichen Werk vorbildhaft vorangetrieben. In seinen Ar- beiten zum Privat- und Wirtschaftsrecht finden sich in den letzten Jahren zahlreiche Veröffentlichungen zum Recht in pluralen gesellschaftlichen Kontexten, etwa zur Vergesellschaftung rechtlicher Grundbegriffe am Beispiel des (geistigen) Eigentums sowie zur Funktion von Grundrechten im Privatrecht. Die Vielfältigkeit, der Anspruch und die dogmatische Relevanz seiner interdisziplinären Forschung sind beeindruckend.

Dies gilt schon für seine Dissertationsschrift zu „Freiheit und Funktion“ (2001), in der er anhand der Entwicklung des Wirtschaftsrechts und der Methode funktionaler Interpretation im 19. und 20. Jahr- hundert untersucht, wie das autonome Recht seine soziale Umwelt intern rekonstruiert und reflexiv gestaltet. In seiner viel zitierten Habilitationsschrift zu „Zugangsregeln. Die Rechtsverfassung der Wissensteilung“ (2008) durchdenkt er die Grundlagen des Immaterialgüterrechts neu und greift dabei souverän auf ökonomische Analyse, Wettbewerbsmodelle, Systemtheorie und Medientheorie zurück. Wielsch zeigt, dass die utilitaristischen, naturrechtlichen oder positivistisch-verfassungsrechtlichen Konzepte von Schutzrechten nicht verarbeiten können, welche Wirkung die Konzentration der medialen Nutzungsbefugnis beim Urheber auf die effektive Wahrnehmbarkeit von künstlerischen, wissenschaftlichen oder anderen Freiheiten hat – und damit auf die entsprechende soziale Praxis, in der die geschützten Werke gerade entstehen. Seinen Ansatz zur rechtlichen Verfassung von autonomen sozialen Ordnungen hat Wielsch in thematisch breit gefächerten Fallstudien vertieft und weiterentwickelt. Darüber hinaus ist er Initiator des innovativen Diskussionsforums „Future Concepts of Law“ sowie Mit- begründer des transnationalen Forschungsnetzwerks „Private Law Theory“.

Gralf-Peter Calliess

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