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You are here: Home Literatur Michael Wrase/Christian Boulanger (Hg.): Die Politik des Verfassungsrechts Theo Öhlinger: Die Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich − Der Wandel von Funktion und Methode in einer neunzigjährigen Geschichte

Theo Öhlinger: Die Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich − Der Wandel von Funktion und Methode in einer neunzigjährigen Geschichte

Der österreichische Verfassungsgerichtshof wurde 1920 errichtet. In seiner vergleichsweise langen Geschichte entwickelte er unterschiedliche Funktionen. Von den Verfassungsvätern wurde er als ein Schiedsrichter in Kompetenzkonflikten zwischen dem Bundesparlament und den Landtagen konzipiert. Von Anfang an verstand er sich auch als Hüter der Spielregeln der parlamentarischen Demokratie. Die Grundrechte spielten als Maßstab der Gesetzesprüfung zunächst nur eine marginale Rolle. Erst in den 1980er Jahren entwickelte er eine dynamische Judikatur auf diesem Gebiet. Das machte ihn zu einem Gegenspieler des Parlaments; er gewann in der medialen Öffentlichkeit hohe Aufmerksamkeit und Anerkennung. ## The Austrian Constitutional Court was established in 1920. During its comparatively long period of existence it has developed various functions. The authors of the constitution intended it to function as an arbiter resolving disputes on competence between the federal and state parliaments. From the outset, however, the court also took on the role as guardian of the rules of parliamentary democracy. Initially, fundamental rights remained merely peripheral to the court’s review of legislation. It was not until the 1980s that it developed a sophisticated case-law in this area. As a result, it became seen increasingly as an adversary of parliament but, at the same time, came to enjoy considerable media presence and recognition.