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You are here: Home Literatur Michael Wrase/Christian Boulanger (Hg.): Die Politik des Verfassungsrechts Tarek Naguib: Halbdirekte Demokratie und Rechtsstaat im Konflikt: Quo vadis?

Tarek Naguib: Halbdirekte Demokratie und Rechtsstaat im Konflikt: Quo vadis?

Der Beitrag beleuchtet die eidgenössische Diskussion zum Umgang mit menschenrechts- und grundrechtswidrigen Volksinitiativen und Bundesgesetzen. Nach geltendem Verfassungsrecht bestehen grundsätzliche Widersprüche zwischen dem Prinzip der (halbdirekten) Demokratie einerseits und dem Rechtsstaatsprinzip andererseits. Erstens wird kritisiert, dass Volk und Stände mittels Volksinitiative Verfassungsrecht einführen können, das die Grund- und Menschenrechte verletzt. Eine Volksinitiative gelangt nur dann nicht zur Abstimmung, wenn sie vom Bundesparlament wegen Verletzung von zwingendem Völkerrecht für ungültig erklärt wurde. Zweitens wird moniert, dass verfassungswidrige Bundesgesetze angewendet werden müssen. Eine Verfassungsgerichtsbarkeit gegenüber Bundesgesetzen sieht das schweizerische Recht derzeit nicht vor. ## This contribution deals with the Swiss debate on how to deal with popular initiatives and federal laws that violate fundamental or human rights. The present constitutional system results in fundamental contradictions between the principle of direct democracy, on the one hand, and the rule of law, on the other. First, by popular initiative, the Swiss people may establish constitutional law that violates fundamental or human rights. A popular initiative will be put to the vote unless the Swiss Parliament declares it void for violation of mandatory international law. The second point of criticism is the fact that federal laws must be applied even if they are unconstitutional. This is because the current Swiss system does not provide for judicial review (by a constitutional court) of federal law.