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You are here: Home Literatur Michael Wrase/Christian Boulanger (Hg.): Die Politik des Verfassungsrechts Uwe Kranenpohl: Was macht eigentlich Karlsruhe? Die Entscheidungsfindung des Bundesverfassungsgerichts aus sozialwissenschaftlich-empirischer Perspektive

Uwe Kranenpohl: Was macht eigentlich Karlsruhe? Die Entscheidungsfindung des Bundesverfassungsgerichts aus sozialwissenschaftlich-empirischer Perspektive

Aus sozialwissenschaftlicher Sicht tritt beim Bundesverfassungsgerichts dessen ‚politischer‘ Charakter besonders hervor, vor allem durch seine Eingriffsmöglichkeiten auf den politischen Prozess, die in der Praxis über die Rolle eines reinen ‚Vetospielers‘ deutlich hinausgehen. Ein weiterer Blick auf die Binnenprozesse des Gerichts offenbart aber auch, dass in den internen Entscheidungsabläufen juristische Argumente deutlich gegenüber politischen dominieren. Dies ist nicht nur ein Resultat der Sachnotwendigkeiten eines Gerichts, sondern insbesondere der spezifischen Gestaltung der Beratungssituation geschuldet, die (Verfassungs-)Gerichte nicht unausweichlich in dieser Weise gestalten müssen, aber sich in eine gerichtliche ‚Situationsdefinition‘ leicht einordnen lassen. ## From a social science perspective, the German Federal Constitutional Court seems undoubtedly ‘political’. Its important role in the political process cannot be underestimated, with interventions going beyond that of a simple veto. However, on closer examination, it may be observed that not political but legal reasoning dominates in the decision-making processes of the court. This results not only from the necessary features of a court but is also rooted in the specific style of problem-solving established by the Federal Constitutional Court. Accordingly, it is not unreasonable that this style appears ‘juridical’. However, this outcome is in no way inevitable.