Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Anmelden
Sektionen
Sie sind hier: Startseite Literatur Michelle Cottier/ Josef Estermann/ Michael Wrase (Hg.): Wie wirkt Recht?

Michelle Cottier/ Josef Estermann/ Michael Wrase (Hg.): Wie wirkt Recht?

Ausgewählte Beiträge zum ersten gemeinsamen Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen an der Universität Luzern 2008, im Originaldruck erschienen 2010 beim Nomos-Verlag Baden-Baden
File Buchumschlag
Buchcover Nomos
File Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis
File Einleitung
„Wie wirkt Recht?“ Mit dieser Frage haben die deutschsprachigen Rechtssoziologie- Vereinigungen erstmals zu einem gemeinsamen Kongress geladen, der vom 4. bis 6. September 2008 in Luzern stattfand. Dabei richtete sich der Call for Papers nicht nur an die Rechtssoziologie, sondern sprach auch benachbarte Disziplinen an, die sich unter der Bezeichnung „Recht und Gesellschaft“ oder „interdisziplinäre Rechtsforschung“ zusammenfassen lassen. ...
File Hubert Rottleuthner und Margret Rottleuthner-Lutter: Recht und Kausalität
Nach einer Klärung von Grundbegriffen der rechtssoziologischen Effektivitätsforschung werden, ausgehend von einem instrumentellen Rechtsverständnis, drei Modelle des Verhältnisses von Rechtsnormen und deren Befolgung unterschieden (Ursache – Wirkung, Befehl – Gehorsam, Angebotsnormen und deren Gebrauch). ...
File Inga Markovits: Rechtssoziologie für Außenseiter
Die Verfasserin (als Nur-Juristin auf dem Gebiet der Rechtssoziologie und Rechtsgeschichte eher Amateurin) unternimmt es, die Arbeitsprodukte eines einzigen erstinstanzlichen Gerichts als Spiegel gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu benutzen – in ihrem Fall, des Aufstiegs und Falls des Sozialismus in der DDR. Ihr Werkstattbericht über die Entstehung ihres Buches Gerechtigkeit in Lüritz beschreibt die Methode, mit der sie versucht, aus den unscheinbaren Relikten des Rechtsalltags in der DDR eine vergangene Welt zu rekonstruieren und mit Leben zu füllen.
File Erhard Blankenburg: Europäische Justizindikatoren: Budgets der Justiz, Richter und Rechtsanwälte
Bedingung der Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist ein gemeinsamer Standard der Rechtsstaatlichkeit. Jedoch zeigen Indikatoren der strafrechtlichen Instanzenkette und der zivilen sowie verwaltungsrechtlichen Gerichte, dass die Erfüllung der Standards sehr divergieren. Ein Vergleich von sechs westeuropäischen und fünf postkommunistischen Justizsystemen bietet ein Porträt höchst unterschiedlicher Rechtskulturen.
File Klaus F. Röhl: Crossover Parsifal
Der Verfasser wendet sich dagegen, die Rechtssoziologie in den Kulturwissenschaften aufgehen zu lassen oder auch nur zugunsten von „Recht und Gesellschaft“ auf die Einordnung des Faches als „Rechtssoziologie“ zu verzichten.
File Josef Estermann: Die Verbindung von Recht und Soziologie als Chimäre
Die Soziologie des Rechts stand bei der Konstitution der Soziologie als Disziplin durch Weber, Durkheim oder Spencer durchaus im wissenschaftlichen Fokus. Die Verbindung beider Disziplinen erschien aber seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eher als problembelastet, da die Soziologie durch die juristische Disziplin teilweise als „überkritisch“ oder „juristenfeindlich“ wahrgenommen wurde, ...
File Michael Wrase: Recht und soziale Praxis – Überlegungen für eine soziologische Rechtstheorie
Ausgehend von der verstehenden Soziologie Max Webers entwickelt der Verfasser Überlegungen für eine soziologische Rechtstheorie, die das Recht und seine ‚Anwendung‘ als soziale Praxis beschreibt und erklärt. Er stützt sich dabei vor allem auf das Habitus-Feld-Konzept Pierre Bourdieus und dessen professionssoziologische Studie zum ‚juristischen Feld‘, ...
File Doris Mathilde Lucke: Was weiß Recht? Anmerkungen aus der sozialwissenschaftlichen Verwendungsforschung
Der Beitrag behandelt Aspekte der Wissensrezeption in juristischen Kontexten aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Verwendungsforschung. Diese wird in ihren wichtigsten theoretischen Annahmen und empirischen Befunden rekonstruiert. Aus der Diskussion ihrer Ergebnisse und Erkenntnisse wird die Notwendigkeit einer wissenssoziologisch akzentuierten Neuorientierung der Rechtssoziologie abgeleitet. ...
File Susanne Baer: Juristische Biopolitik: Das Wissensproblem im Recht am Beispiel „des“ demografischen Wandels
In Wissensgesellschaften stellt sich die Frage, welche Bedeutung welchen Formen von Wissen im Recht und durch Recht zukommt. Am Beispiel von Debatten um „den“ demografischen Wandel lässt sich zeigen, welche Macht die Zahl und die Bilder haben, die Wissen ausmachen, insbesondere die demografische Zahl für den Nationalstaat, und wie Wissenspolitik als Biopolitik im Sinne Foucaults gestaltet wird.
File Michelle Cottier: Soziologisches Wissen in Debatten um die Reformbedürftigkeit des Erbrechts
Angesichts der soziologischen Gegenwartsdiagnose einer Pluralisierung der Familienformen stellt sich für das Erbrecht die Frage, wie es sich an die veränderten Lebensrealitäten anpassen soll. In den innerjuristischen Debatten um die Reform des Erbrechts wird zwar die Notwendigkeit des Wandels „vom Status zur Realbeziehung“ erkannt, nach wie vor wird aber von einer homogenisierenden Sichtweise von „Familie“ ausgegangen. ...
File Susanne Krasmann: Die Folter im Recht
Das internationale Recht scheint eine immer eindeutigere Sprache zu sprechen: Das Verbot der Folter gilt absolut. Dennoch ist nicht erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich geworden, wie leicht die Folter auch in rechtsstaatlich- demokratischen Gesellschaften zu einem politischen Instrument werden kann. ...
File Dominique Grisard: Terrorismus, Schutz und Geschlecht. Entführung und Geiselnahme im schweizerischen Strafrecht
In diesem Beitrag wird ein alter Fall von vermeintlich frauenschützender Sondergesetzgebung historisch beleuchtet: Bis Flugzeugentführungen zu einem öfters genutzten Aktionsmittel von Befreiungsbewegungen, so genannten Terroristinnen und Terroristen, wurden, kannte das schweizerische Strafgesetzbuch (StGB) nur die Entführung einer Frau als Straftatbestand, nicht aber die Entführung von Männern. ...
File Klaus F. Röhl: Die Macht der Symbole
1. Für die Rechtssoziologie braucht man einen engen Symbolbegriff. Der bei Philosophen und teilweise auch bei Soziologen verbreitete Pansymbolismus hilft hier nicht weiter. 2. Die Beschäftigung mit den Symbolen leidet unter der kulturwissenschaftlich geprägten Neigung zur „paradigmatischen“ Überinterpretation der Symbole. 3. Die gängigen Symbole für Recht und Staat sind verblasst und verbraucht. ...
File Jens Newig: Symbolische Gesetzgebung zwischen Machtausübung und gesellschaftlicher Selbsttäuschung
Symbolische Gesetzgebung wird gemeinhin als gesetzgeberische Fehlleistung eingeordnet. Dieser Beitrag bietet eine neue konzeptionelle Unterscheidung zwischen symbolischer und nicht-symbolischer Gesetzgebung an. Er untersucht unterschiedliche Ebenen gesetzgeberischer Effektivität und schlägt eine Reihe von Einflussfaktoren auf die Produktion symbolischer und nicht-symbolischer Gesetzgebung vor.
File Jochen Dreher: Zur Wirkungsweise von Kollektivsymbolik im Recht – Symbolische Macht und „Klassenjustiz“
Symboltheoretische Reflexionen befinden sich gemeinhin nicht ausdrücklich im Fokus rechtssoziologischer Untersuchungen, mit Ausnahme jener Analysen, die sich mit „symbolischer Rechtsprechung“ befassen. Entgegen der von diesen Positionen vertretenen Auffassung, dass dem Recht eine „bloß symbolische“ und keine instrumentelle Steuerungsfunktion zukomme, konzentriert sich die vorliegende Studie auf jene soziale Funktion des Rechts, die auf die Wirkungsweise von Symbolen zurückzuführen ist und intendiert darüber hinaus, die Relevanz der Symboltheorie für die Rechtssoziologie hervorzuheben. ...
File Alexander Klose: Wie wirkt Antidiskriminierungsrecht?
Der Beitrag diskutiert in einem ersten Teil zwei aktuelle Studien, die sich kontrovers mit den Folgekosten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) befassen. Im zweiten Teil werden am Beispiel des AGG die Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Zielvorstellungen des Gesetzgebers erläutert. Der Schwerpunkt des Beitrags liegt in der Analyse des AGG mit Hilfe der von Opp, Diekmann und Rottleuthner entwickelten Theorien zur Befolgung und Inanspruchnahme von Gesetzen.
File Barbara Willenbacher: Die Umgestaltung des Geschlechterkontraktes durch das nacheheliche Unterhaltsrecht
Das deutsche Unterhaltsrechtsänderungsgesetz verteilt die Verpflichtungen nach Scheidung und Trennung neu. Geschiedene und nicht verheiratete Mütter werden gleichgestellt und der Kindesunterhalt erhält die höchste Priorität. Bisher war nur die erste geschiedene Ehefrau privilegiert und den (gemeinsamen) Kindern gegenüber gleichgestellt. ...
File Birte Hellmig: Recht als Verantwortungsinstanz – Ein empirischer Beitrag zu den Funktionen von Recht
Dieser Beitrag hinterfragt auf Basis erster Eindrücke aus einem qualitativempirischen Forschungsprojekt zur Arbeitsgerichtsbarkeit kritisch die Diagnose eines Theorie-Praxis-Bruches, einer Entfremdung zwischen Rechtsmethodologie und Rechtsprechungspraxis. Hierfür werden zunächst juristische Methodenlehren einer kurzen Analyse unterzogen und anschließend erste Forschungseindrücke zum richterlichen Rechtsverständnis und Entscheidungszugriff dargelegt. ...
File Alexandra Ortmann: Vom ‚Motiv‘ zum ‚Zweck‘. Das Recht im täglichen Wandel – das Beispiel der Reichsstrafprozessordnung 1879
Im ausgehenden 19. Jahrhundert kam es zu einem Wandel des ‚Richterleitbildes‘ und der juristischen Methodik: Indem die Juristen sich vom erklärten ‚Willen des Gesetzgebers‘ emanzipierten und nach dem ‚Zweck des Gesetzes‘ fragten, schufen sie sich neue Freiheiten in der Interpretation der Normen. Im vorliegenden Beitrag wird auf der Grundlage einer historischen Mikrostudie für die Zeit zwischen 1879 und 1924 dargelegt, dass diese neuen Freiheiten gerade auch im Bereich des Strafprozessrechtes im Gerichtsalltag gravierende Auswirkungen hatten.
File Lorenz Kähler: Zur Durchsetzungskraft abdingbaren Rechts
Von abdingbaren Normen geht eine weitreichende Wirkung aus. Sie setzen sich vielfach unabhängig von ihrem Inhalt durch. Verschiedene Studien haben das Phänomen bestätigt, dass es nur in einer Minderheit von Fällen zu einer Abbedingung kommt. Auch in der Rechtspraxis lässt sich das beobachten, so etwa bei der Schuldrechtsreform 2001, die zu weniger Anpassungen der Kautelarpraxis geführt hat, als dies bei einer allein am Parteiinteresse ausgerichteten Vertragsgestaltung zu erwarten wäre. ...
File Biografische Angaben
Biografische Angaben der Autorinnen und Autoren
File Flyer Nomos
Flyer des Verlags zum Tagungsband "Wie wirkt Recht?" 2010
Navigation
Anmelden


Passwort vergessen?